Ein Spaziergang durch Tel Aviv

Im Januar 2017, während meiner Zeit als Postdoktorandin an der Ben-Gurion Universität der Negev, habe ich einen Trip nach Tel Aviv gemacht. Warme, sonnige Orte im Winter zu besuchen ist keine schlechte Idee. Man wird auf jeden Fall nicht so schnell müde vom vielen herumlaufen. Es hat mir auch gar nicht so viel ausgemacht nicht im Meer schwimmen gehen zu können.

Basierend auf den Dingen, die ich in Tel Aviv unternommen habe, habe ich mich entschlossen für diesen Post eine Art Spaziergang durch die Stadt zusammenzustellen – komplett mit Karte! auf der ihr alle Orte wiederfindet, solltet ihr sie ebenfalls besuchen wollen.

Ich habe in einem Apartmenthaus in der Allenby Straße ganz nah am Strand gewohnt (Prioritäten). Auf dem Bild oben seht ihr den Ausblick auf die Stadt morgens am Strand. Für den Spaziergang würde ich vorschlagen relativ zeitig aufzubrechen, weil es viel zu sehen gibt. Man sollte nicht zu viele Dinge mit sich herumschleppen, weil es schon mal vorkommen kann dass man durch eine Sicherheitskontrolle muss. Aber zuerst Frühstück: von der Allenby Straße geht die Pinsker Straße ab, in der man das Café Shneor findet. Dort gibt es guten Kaffee und außerdem Shakshuka, seitdem eines meiner liebsten Gerichte mit Ei.

Im Café:

Shakshuka, Brot, Salat und ein doppelter Espresso (der nicht auf das Foto warten konnte):

Weiter geht es glücklich und mit einem Bauch voller mit Tomatensoße getränktem Brot. Aus der Pinsker Straße rechts in die Boganov Straße abbiegen. Zwei Blöcke weiter befindet sich dieDizengoff Center Mall auf der linken Seite (falls man noch Besorgungen zu machen hat oder Geld braucht – es gibt dort eine recht große Filiale der Bank Leumi). Hinter der Mall links in die King George Straße abbiegen und dann (wieder links) in die Shlomo ha-Melekh Straße. Hier befindet sich der unabhängige/Fairtrade Souvenir Laden Achoti. Ich habe mir dort Olivenseife und einen Keramik-Schlüsselanhänger in Form eines Skarabäus gekauft.

Achoti:

Im Laden:

Noch etwas! Während der Herumlauferei nicht vergessen die Auslage in den örtlichen Obstläden zu bewundern. Ich fand es außerdem recht faszinierend, wie Tel Aviv irgendwie zugleich Klein- und Großstadtflair hat. Das ist ein bisschen schwierig in Bildern festzuhalten, aber ich hoffe ihr versteht was ich meine.

Früchte:

Auf der Dizengoff Straße:

Nachdem man also nun durch den Kauf von Souvenieren die Friedensinitiative und feministisch  soziale Aktivisten/innen unterstützt hat, geht es zurück auf die Dizengoff Straße. Der Straße nun geradeaus bis zum Azrieli Center folgen (zwischenzeitlich wird Dizengoff zur Eliezer Kaplan Straße). Auf der rechten Seite in das Arreal des Sarona Markets abbiegen, falls man gerne ein Eis essen möchte. Es gab auf dem Arreal mal eine Vaniglia Filiale, aber die scheint umgezogen zu sein. Zum Glück gibt es noch andere Läden. Vaniglia hat aber definitiv noch eine Filiale in Jaffa, man kann sich das also auch für den nächsten Tag aufheben. Sarona Market ist definitiv auch einen weiteren Besuch am Abend wert, da es hier viele Möglichkeiten zum Essen und Trinken gibt.

Die Auswahl an Eis (alle milchfreien Sorten die ich probiert habe waren wirklich gut):

Im überdachten Bereich des Sarona Market:

Endlich am Azrieli Center angekommen muss man nur noch die Shoppingmöglichkeiten ignorieren 😉 und den Aufzug zur Aussichtsplattform nehmen. Die Plattform ist auf dem 49ten Stockwerk und damit angeblich die höchstgelegene im mittleren Osten. Es ist nicht ganz billig, aber an Tagen mit klarem Himmel bekommt man einen wirklich guten Ausblick über die Stadt.

Azrieli Aussichtsplattform:

Wenn man von oben in südwestliche Richtung blickt kann man eventuell schon den nächsten Stop des Spaziergangs ausmachen, auch wenn es wahrscheinlich etwas schwierig ist spezifische Straßen zu erkennen. Der nächste Stop ist kein bestimmtes Gebäude, sondern ein ganzes Stadtgebiet in Tel Aviv, die sogenannte weiße Stadt. Dabei handelt es sich um die Gegend rund um die Sderot Rothschild, in der sich viele Gebäude im Bauhausstil befinden. Diese stammen von jüdischen Architekten, die nach der Ergreifung der Macht durch die Nazis 1933 aus Deutschland geflohen sind. Vom Azrieli Center läuft man am besten ein Stück auf der Eliezer Kaplan Straße zurück, biegt dann links in die Ibn Gabriel Straße und dann rechts in die Marmorek Straße, bis man Sderot Rothschild erreicht. Ich habe auf der Karte das Rothschild Hotel als Orientierungspunkt markiert.

Bauhaus:

Dieses hier ist ein wenig versteckt:

Nach dem vielen Laufen und Architektur Bestaunen ist man hoffentlich wieder ein bisschen hungrig. Oder man kann auch, wie in meinem Fall, immer ein bisschen Platz für Falafel im Magen haben. Der Sheinkin Straße bis zur King George Straße folgen und eine ordentliche Portion bei Falafel Ratzon bestellen. Das Essen ist günstig und gut, was will man mehr.

Alle lieben Falafel:

Einfaches Essen ist manchmal das Beste:

Der Falafel sollte einem dann genug Energie geben den Rest des Nachmittags den Carmel Market zu erkunden. Es gibt dort sehr viel zu sehen und zu probieren (frisch gepressten Saft zum Beispiel). Carmel Market liegt außerdem an der Allenby Straße, womit der Ausgangspunkt des Spaziergangs wieder erreicht wäre.

Carmel Market:

Süßigkeiten?

Tikvas Saft-Stand:

Es sieht auf jeden Fall gesund aus:

Letzter Schritt um den Spaziergang für beendet zu erklären: nach Hause gehen, die Füße hochlegen und auf den Besuch in Jaffa am nächsten Tag vorbereiten!

Da ich über Jaffa keinen eigenen Post verfassen wollte (ich denke es lässt sich am besten ohne große Pläne erkunden) habe ich hier nur ein paar Bilder und Essensvorschläge angehängt.

Ich würde vorschlagen nach Jaffa zu laufen, am besten an der Küste entlang (der Turm im Hintergrund ist das Ziel):

Irgendwer war so nett alle Streuner zu füttern:

Angekommen! Glockenturm von Jaffa:

Da es nicht so offensichtlich ist, dies ist Abu Hassans, einer der besten Orte um Hummus zu essen (wenn man Israelis fragt bekommt man sehr geteilte Meinungen dazu, aber das liegt an der Causa Hummus an sich):

Ich denke jedenfalls es war eine gute Wahl für mein Hummus Festmahl (habe schon wieder das Bild erst gemacht nachdem ich schon angefangen hatte, Millenial-Fail). Nach dem Kichererbsenmuß kann man dann noch Kaffee und Kuchen im Café Alma zu sich nehmen, das sich zwei Häuser weiter befindet:

Ein willkürlich gewähltes Türfoto:

Ein Antiquitätenladen in dem ich Stunden hätte bleiben können und zum Spaß des Tages behauptet habe ich sei Dänin (kann man mal machen):

Warum man eigentlich nach Jaffa kommt sind natürlich Kikar Kedumim Straße und St. Peters Kirche:

Oder auch die Statue des Glaubens:

Und die Moscheen, Al-Bahr (nicht im Foto) und Mahmudiyya:

Und mit diesem Blick zurück auf die Innenstadt schließe ich diesen (langen) Beitrag. Ich hoffe ihr mochtet es mir in Tel Aviv durch die Straßen zu folgen und seid inspiriert den einen oder anderen Ort selbst zu besuchen, solltet ihr eine Reise nach Israel planen.

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2 Kommentare

  1. Marion Albroscheit
    Juli 26, 2018 / 2:34 pm

    Liebe Isi,

    hab vielen Dank für den netten Ausflug mit dir nach Tel Aviv. Der kam mir gerade recht, denn wir machen heute einen Ruhetag im Haus wegen der Sommerhitze und werden erst abends zum Strand nach Heringsdorf aufbrechen, um dann ins open air Sommerkino zu “Mord im Orient-Express” zu gehen.
    Wie sieht es in Cambridge aus?
    Könnte ihr einigermaßen schlafen bei euch im Haus?
    Liebe Grüße von Marion und deinem Papa

    • isabel
      Autor
      Juli 26, 2018 / 2:49 pm

      Liebe Marion,

      Es freut mich, dass ich etwas zum Zeitvertreib beitragen konnte! In Cambridge steht momentan die Luft, weshalb schlafen tatsächlich nicht sehr angenehm ist. Vielleicht sollten wir nach unten aufs Sofa umziehen.
      Aber ich will mich nicht beschweren, wann hat man schon mal einen solchen Sommer in England! Und die Zucchini im Garten freut es auch.

      Viel Spaß euch noch an der Küste,
      Isi

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