3 Tage in Tokyo | Was man sehen sollte

Letztes Jahr, genau 10 Jahre nach unserer letzten gemeinsamen Reise nach Südafrika (2006), ging es mit meinem Vater und meinem Bruder Lucas zusammen nach Japan. Wir sind mit einer Reisegruppe gefahren und ich werde an anderer Stelle noch über Vor- und Nachteile berichten. In diesem ersten Post soll es aber um Tokyo und seine vielen Gesichter gehen. Ich habe die verschiedene Sehenswürdigkeiten nach Tagestouren eingeteilt. Diese überschneiden sich nicht komplett mit unserem Gruppenprogramm und auch nicht mit unseren tatsächlichen Tagesabläufen, da ich einige Sachen weggelassen habe oder beim nächsten mal hinzufügen würde.

Tag 1: Shinjuku – Harajuku – Shibuya

Um am ersten Tag gleich die volle Ladung der japanischen Gegensätze zu erfahren startet man am besten in Shinjuku. Shinjuku beherbergt nicht nur Kaufhäuser und Büros sondern auch einen riesigen Park (Shinjuku Gyoen National Garden) und Tokyos Rathaus (Tokyo Metropolitan Government Offices). Die gleichnamige Station ist im übrigen die am höchsten frequentierte weltweit. Sie alleine ist schon einen Besuch wert.

In Shinjuku:

Nachdem man ausgiebig Shinjuku erkundet hat geht es zum Mittagessen und für den unglaublichen Ausblick über die Stadt in die Tokyo Metropolitan Government Offices. Um Essen in der Rathaus Kantine zu bekommen braucht man einen Besucherpass, für den man Japanisch Kenntnisse oder viel Geduld/Improvisationstalent mitbringen muss. Aber dann ist es definitiv die Erfahrung und das Essen wert!

Tokyo Metropolitan Government Offices:

Auswahl in der Kantine:

Bon Appetit:

Weiter geht es zum Meiji Schrein. Das kann man entweder laufen (tendenziell etwas weiter), oder man nimmt die Bahn nach Harajuku. Dieser Schrein ist Tokyos größter Shinto Schrein, gelegen in einem großen Park. Als wir dort waren hat es leider geschüttet. Sonst aber bestimmt gut für einen Spaziergang. Der Schrein wird aktiv für Shinto Zeremonien genutzt und so hatten wir das Glück ein paar Blicke auf eine Hochzeitszeremonie zu erhaschen.

Lucas unbeeindruckt vom Wetter:

Besucher der Zeremonie:

Die Braut:

Leute mit Geld heiraten übrigens häufig nicht nur standesamtlich und nach Shinto Glauben sondern auch noch “westlich” also christlich angehaucht. Zufällig sind wir später am Tag auch an einer solchen Feier vorbeigelaufen.

Ich mag dieses Bild:

Nach dem Schrein kann man sich dann in Harajuku, Tokyos Mode-verrücktem Viertel umschauen. Wobei ich persönlich leider denjenigen Recht geben muss die behaupten Harajuku-Style sei tot (https://qz.com/909573/japans-wild-creative-harajuku-street-style-is-dead-long-live-uniqlo/). Es war ein wenig trashig und ziemlich bunt, aber irgendwie nicht so verrückt wie ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht haben auch die vielen Touristen mit Schuld oder wir waren einfach zur falschen Zeit da. Der Nachmittag wird auf jeden Fall gut, wenn man einen Stop bei Cookie Time einplant. Alles wird besser mit Keksen und Eis!

Harajuku:

Shop in Harajuku:

Cookie Time:

Von Harajuku kann man dann in Richtung Shibuya Kreuzung laufen. Shibuya ist das Bild von Tokyo das ich vor unserer Reise im Kopf hatte. Große Straßen, Leuchtreklamen an allen Ecken und Enden, eine riesige Shoppingmeile und vor allem viele viele Menschen. An der berühmten Kreuzung ist übrigens auch die Statue des Hundes Hachiko, der immer brav auf sein Herrchen wartete (es gibt meine ich sogar einen Film).
Auch wenn das ganze Gewimmel schon bei Tageslicht beeindruckend ist, sollte man am besten warten bis es dunkel wird. Man kann solange Kaffee trinken, Starbucks hat eine riesige Filiale direkt an der Kreuzung (Starbucks Kaffee ist eine dieser Sachen die ich eigentlich nur auf Reisen mache. Aber, Kekse machen durstig, man weiß was man bekommt und WLAN gibt es auch).

Shibuya crossing:

Warten (bei Starbucks):

Im Gewusel:

Tag 2: Asakusa – Ueno – Sumida

Asakusa ist einer dieser Stadtteile die nicht zur Top 10 der meisten Tokyo Besucher zählen. Dennoch finde ich sollte man einen Abstecher hierher machen und ich bin nicht nur dieser Meinung weil unser Hotel dort lag.

Zu sehen sind unter anderem der Senso-ji, ein Tempel, und Hōzōmon, eines der zum Tempel führenden Tore mit einer riesigen roten Laterne. Vom nahegelegenen Flussufer aus kann man außerdem die Asahi Brauerei mit ihren charakteristischen Gebäuden sehen. Ja, das Bürogebäude soll aussehen wie ein Glas voll Bier. Das daneben ist die Asahi Flamme und zeigt wie sehr die Firma für das Bierbrauen brennt. Das Bier ist übrigens wie die meisten Pilsener trinkbar.

Blick aus dem Hotel:

Seht ihr ein Bier mit Schaum? (Asahi Brauerei):

Hōzōmon:

Richtung Senso-ji:

Von Asakusa ist es nicht weit nach Ueno. Dort, direkt an der Bahnstation gelegen ist ein Park in dem sich unter anderem das Nationalmuseum, das Kunstmuseum und das Naturkundemuseum befinden. Ich war im Nationalmuseum und fand es hat sich gelohnt. Ausgestellt sind unter anderem Kimonos aus verschiedenen Perioden und viele traditionelle Gemälde und Schriftrollen, sowie Waffen und verzierte Dolche. Der Museumsshop ist auch interessant, leider aber viel zu teuer. Wenn man sich vor dem Museumsbesuch stärken will, gegenüber des Bahnhofes in einer Seitenstraße gibt es einige vernünftige Sushi Bars in denen jeder Teller das gleiche kostet (weniger Rechnerei und Geldbeutelschonend). Für Fans von Essen und T-Shirts aus Hardrock Cafés, im Bahnhof befindet sich eins.

Gegen Abend kann man dann durch Ameyoko schlendern. Hierbei handelt es sich um einen großen Markt, auf dem es alles von frischem Fisch und Obst über Jeans und Döner gibt. Wir haben hier grünen Tee und für Lucas eine Jeansjacke gekauft.

Ameyoko:

Wenn es dunkel ist (aber vor 21 Uhr, in Japan schließt alles relativ zeitig) sollte man sich auf den Weg zum Tokyo Skytree machen. Von Ueno ist dieser schnell mit der Bahn zu erreichen. Der Eintritt ist mit ungefähr 20€ relativ happig, es lohnt sich aber sollte es nicht bewölkt sein auf alle Fälle. Oben angekommen hat man einen wahnsinnig guten Ausblick auf die Stadt.

Tokyo Skytree:

Ausblick:

Tag 3: Chuo – Ginza – Chiyoda – Akihabara

Den dritten Tag würde ich unbedingt mit etwas starten, was wir leider nicht geschafft haben. Einem Besuch auf dem Tsukiji Fischmarkt in Chuo. Um bei den Thunfischauktionen dabei zu sein muss man sehr früh dort sein (gegen 3 Uhr morgens), die Auktionen starten gegen 5 Uhr. Wobei ich denke, dass der Markt auch so einen Besuch wert ist.
Nachdem man dort gefrühstückt hat, kann man sich dann in Ginza umschauen. An Sonntagen sind einige Straßen für Autos gesperrt und so kann man sich in der Fußgängerzone frei bewegen und ein paar Souvenirs kaufen. Es lohnt sich auch bei alten bekannten vorbeizuschauen. Uniqlo, inzwischen rund um den Globus vertreten, verkauft hier einige von Designern und Künstlern zum Thema Japan gestaltete T-Shirts. Für noch originellere aber auch teurere Souvenirs geht man am besten in den Mitsukoshi Department Store.

Von Ginza aus ist es nicht weit zum Palast des japanischen Kaisers. Diesen kann man natürlich nur von außen sehen, ist aber trotzdem einen Abstecher wert. Wir haben als wir da waren tatsächlich jemanden mit voller Entourage im Garten spazieren gehen sehen, wahrscheinlich die Kaiserin.

Blick aus dem Park:

Palast des japanischen Kaisers:

Am Abend kann man sich dann auf den Weg nach Akihabara machen. Angeblich das Technik und Nerd-Viertel Tokyos.
Entweder hatten Lucas und ich hier eine andere Vorstellung oder waren nicht in den richtigen Ecken, aber wir fanden den Besuch eher mittelprächtig. Eine Kuriosität sind aber die Maid Cafés. Cafés in denen Cosplay gekleidete junge Mädchen die Gäste mit Master ansprechen und jedem persönlich Milch und Zucker in den Kaffee rühren. Angeblich bleibt es bei diesem harmlosen Service, einige Cafés werben aber recht aggressiv mit den sexuellen Reizen der Mädchen. Fotos sind verboten und auch die Mädchen die auf der Straße für die Cafés werben werden nicht gerne fotografiert.

Maid Cafés:

Akihabara:

Wenn es sich einrichten lässt und ich je wieder nach Tokyo komme würde ich an einem der ersten zwei Tage morgens auch zu einem Sumo Training gehen. Der Guide unserer Tour war strikt dagegen (denn man stört Sportler beim Training nicht). Allerdings denke ich, dass die Zeiten in denen ein für Besucher offenes Training stattfindet schon ganz bewusst eingeplant sind. Und ehrlich, wo sonst auf der Welt hat man die Chance diesen Sport zu sehen?

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