Marrakesch für kleines Geld

Diesen April waren wir in Marokko. Von Madrid oder Barcelona aus gibt es günstige Flüge mit Ryanair nach Marrakesch. Wenn man es nicht übermäßig eilig hat, kann man diese gut mit einem weiteren Ryanair Flug von Berlin aus kombinieren. Wir haben uns für einen Zwischenstopp in Madrid entschieden. Mit Ryanair (günstig) zu fliegen bedeutet natürlich kleines Gepäck und ich habe geplant einen kurzen Post mit ein paar Tips zu verfassen.

In diesem Post wird es um Marrakesch gehen, ein zweiter über unsere Tagesausflüge ist in Planung.

Aber erst einmal ein paar Worte zur Unterbringung. Wir haben über AirBnB ein Zimmer in einem Riad in der Medina von Marrakesch gebucht, aber es gibt wirklich für jeden Geldbeutel etwas. Angefangen von eben diesen einfachen, traditionellen Zimmern bis hin zum Luxushotel mit 5+ Sternen. Unser Riad mit dem Namen “Riad Eva” befand sich etwa 5 min von Jemaâ el Fna (dem zentralen Platz) entfernt. Hier ein paar Bilder:

Blick von der Dachterasse nach unten:

Eingang zu unserem Zimmer bei Nacht:

Von oben auf unseren Frühstücksort:

Zum Frühstück gab es jeden Morgen entweder Tee oder Kaffe und dazu einen marokkanischen Pfannkuchen und Baguette mit Marmelade, Butter, Frischkäse und ein paar Oliven. Ich mochte es!

Blick vom Dach:

Bei Nacht:

Was sollte man sich angucken, wenn man in Marrakesch ist? Eigentlich ist die ganze Medina sehenswert. Man kann stundenlang herumspazieren und findet immer wieder interessante Ecken, Läden, oder auch Menschen. An dieser Stelle auch eine kleine Warnung, Touristen werden ziemlich gerne ausgetrickst. Ich habe diese Seite in Vorbereitung gelesen http://journeywonders.com/morocco-travel-scams/ auf der man einige hilfreiche Anregungen findet. Trotzdem haben wir einmal eine Situation erlebt, bei der wir immernoch unsicher sind, wie wir sie bewerten sollen. Aber mehr dazu nach ein paar Bildern. In Marokko darf man als nicht-Muslim keine der Moscheen betreten. Es ist daher sinnvoll sie während eines Spaziergangs von außen betrachten zu gehen.

Auf unserem Weg zur Koutoubia Moschee:

In der Mitte der Straße:

Minaret de la Koutoubia:

Mittagessen auf einer Dachterasse:

Blick auf Jemaâ el Fna:

Abends verwandelt sich Jemaâ el Fna und überall werden Grille, Bierbänke und Zelte aufgebaut. Man kann dort wunderbar günstig zu Abend essen. Jeden Tag bei einem anderen Grill. Wir haben meist mehrere kleine Teller bestellt und alles geteilt. Die typischen Tajines mit Couscous, Gemüse und Fleisch isst man am besten in richtigen Restaurants, wobei wir die beste bei einem Abendessen in unserem Riad gegessen haben. Wahrscheinlich, weil die Köchin dort einfach wie bei sich zu Hause gekocht hat.

Unser typisches Abendessen (mit wechselnden Gerichten):

Spaziergang durch die Souks:

In den Souks kann man alles mögliche kaufen. Allerdings muss man handeln können, sonst wird man ziemlich übers Ohr gehauen. Am Ende zahlt man immernoch mehr als die Einheimischen, aber das ist in Ordnung. Zum Handeln gibt es zahlreiche Posts im Internet, daher spare ich mir das hier. Hilfreich ist aber auf jeden Fall nicht so auszusehen als hätte man viel Geld in der Tasche. Hier trotzdem eine kleine Anekdote. Meistens habe ich gehandelt, ich mache das gerne und gebe auch nicht so schnell nach. Das ganze ist mehr Theater und man regt sich zwischendurch ein bisschen auf und behauptet man wäre bankrott wenn man so viel zahlen müsse etc. Naja. Mehrere Händler haben jedenfalls Francisco wegen seiner “toughen” Frau angesprochen, halb mitleidig, halb beeindruckt. 😛

Bab Aganou – War mal der Eingang zu einem Palast:

Hier noch einmal zu unserem etwas merkwürdigen Erlebnis. Folgendes ist uns passiert. Nachdem wir an Bab Aganou vorbeigelaufen waren befanden wir uns auf einmal in einem Wohngebiet ohne weitere Touristen. Ein Mann auf einem Fahrrad fuhr an uns vorbei und hielt dann an um uns zu fragen wo wir herkommen. Nach einem kleinen Gespräch hat er uns schließlich zu einem Tee zu sich nach Hause eingeladen. Wir haben also mit ihm Tee getrunken und uns über europäische Fußballspieler und Universitäten unterhalten. Irgendwann hat er uns gefragt ob wir schon Gewürze gekauft hätten. Hatten wir nicht und so hat er uns vorgeschlagen kurz zum Laden um die Ecke zu gehen und welche zu besorgen. Daraufhin saßen wir ein bisschen alleine in seinem Wohnzimmer. Als er schließlich wiederkam hatte er viel zu viele Gewürze dabei und wir haben uns schon Gedanken über den Transport und die Kosten gemacht. Weil wir aber nicht unhöflich sein wollten haben wir dann doch alles mitgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch alles in Ordnung. Wir haben dann gesagt wir würden uns wieder auf den Weg machen und er hat uns noch den besten Weg aus dem Wohngebiet heraus gezeigt. Bei der Verabschiedung fing er dann allerdings auf einmal an uns von seinem kranken Vater zu erzählen und dass er Geld bräuchte. Wir haben im am Ende ein kleines bisschen Geld gegeben uns entschuldigt, weil wir als Studenten auch nicht so viel haben und sind weitergegangen. Das traurige daran ist, dass dieses Ende der Geschichte einem das Gefühl gibt, dass überhaupt niemand wirklich nett zu dir sein will, sondern alle nur dein Geld wollen. Wir haben natürlich sofort die ganze Tee-Einladung in Frage gestellt und mehrfach versucht zu überprüfen, ob und wie sehr er uns mit den Gewürzen über den Tisch gezogen hat. Das hat sogar dazu geführt, dass wir beim Mitagessen den Koch gefragt haben wie viel er dafür bezahlt hätte. Aber davon mal ganz abgesehen haben wir daraufhin den gesamten Urlaub versucht jeglichen persönlichen Kontakt zu den Leuten zu vermeiden (was sehr Schade ist).

Jetzt aber ein paar weitere Sehenswürdigkeiten. Es gibt ein paar Museen in Marrakesch, von denen sich einige in alten Palästen befinden und daher schon wegen des Gebäudes interessant sind. Wir haben uns für den Besuch des Musée de Marrakech und Das si Said entschieden.

Auf dem Weg zum Musée de Marrakech:

Ich in einem der Räume:

Die Haupthalle:

Spieglein, Spieglein an der Wand:

Dar si Said Museum:

Garten:

Es gibt wirklich jede Menge alte Paläste in Marrakesch. Die Ruinen des Palace el Badiî sind vor allem wegen ihrer riesigen Ausmaße beeindruckend. Der Palast wurde nach einem Krieg gegen die Portugiesen mit portugiesischem Geld errichtet.

Neuer Tag, neuer Palast (Palace el Badiî):

Der Garten:

Ein anderer Blickwinkel:

Selfie:

Der hängende Felsen:

Innerhalb der Ruinen:

Störche:

Ich gebe zu wir haben nicht allzu viel außerhalb der Medina unternommen. Auch, weil wir es vorgezogen haben zu Fuß unterwegs zu sein. Was wir aber unbedingt sehen mussten war der Jardin Majorelle. Um dort hinzugelangen haben wir eine Kutsche genommen. Für den Rückweg dann ein normales Taxi. Die Fahrer waren nicht so glücklich darüber, dass wir nur eine Tour buchen wollten und haben zunächst ungefähr 20€ gefordert. Wir haben dann 5€ geboten und sind am Ende für 8€ gefahren.
Jardin Majorelle ist teils botanischer Garten, teils Kunstausstellung und wurde in den 1920er Jahren vom französischen Künstler Jaques Majorelle angelegt. Später hat Yves Saint-Laurent den Garten übernommen und seit seinem Tod gehört das Anwesen einer Stiftung. Besonders markant ist die blaue Villa auf dem Gelände.

Unsere Kutsche zum Jardin Majorelle:

Palmen:

Bunte Farben:

Die Villa:

Kaktus:

Ein anderer sehr schöner Ort (wiederum in der Medina) sind die Saadier Gräber. Auf dem Weg dorthin kommt man an der Moschee Medersa Ben Youssef vorbei.

Medersa Ben Youssef:

Tombeaux Saadiens:

Draußen:

Unser bestes Fotogesicht:

Die letzte Sehenswürdigkeit, die ich zeigen will, ist das Mamounia Palace Hotel. Man kann (auch wenn man kein Gast ist) einfach durch das Hotel hindurchspazieren und sich dann im grünen, sehr ruhigen Garten aufhalten. Ein Kaffee kostet allerdings über 10€, davon ist also abzusehen. Wir waren am letzten Tag unserer Reise dort, was eine gute Idee war weil man vom Trubel in der Medina irgendwann genug hat.

La Mamounia Palace Hotel:

Im Garten:

Sehr entspannte Atmosphäre:

Ich:

Demnächst: Ausflüge von Marrakesch, Katzen und Packtipps.

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