Um den Ысык-Көл (Issyk Kul) in Kyrgyzstan

Weiter geht es mit dem Kyrgyzstan Abenteuer. (Es wird auch langsam Zeit, wir haben schon beinahe 2016 und ich habe noch nicht einmal über die Hälfte aller Reisen in 2015 berichtet! Einen guten Rutsch wünsche ich an dieser Stelle gleich auch allen!).
An den Osterfeiertagen hatte natürlich auch Kathi frei und dehalb hatten wir zusammen mit ihr und zwei weiteren Freunden von ihr, Babsi und Aibek, einen Roadtrip zum Issyk-Kul geplant. Janine und ich haben zunächst aber erst einmal ein paar Ostereier bemalt. Hier meine kleine Oster-Grußkarte.

Frohe Ostern:

Der Issyk-Kul oder Yssykköl ist der zweitgrößte Gebirgssee der Erde, fast 200 km lang und 60 km breit. Er liegt im Nordosten Kyrgyzstans. Besonders ist außerdem, dass er trotz der Lage nie zufriert und zwar viele Zuflüsse, aber keinen Ausfluss hat. Man kann ihn außerdem mit dem Auto umrunden und das war unser Plan.

Hier eine Karte zur Orientierung:

Wir fahren am Nachmittag los, es ist Karfreitag. Mit dem Taxi geht es zum Autoverleih, wo wir auf Babsi und Aibek stoßen. Wir haben einen SUV gemietet, Aibek fährt. Die Fahrt bis zu unseren ersten Unterkunft bei einer Familie, die Aibek von früheren Fahrten kennt, zieht sich relativ lange hin. Wir kommen erst im Dunklen in Kaji-Say an und sehen daher wenig von der Umgebung. Aber man hat Abendessen für uns gekocht, den Wasserspeicher zum Waschen und Zähneputzen für uns aufgefüllt und die Zimmer sind beheizt. Wir fühlen uns wohl.

Unser Homestay in Kaji-Say:

Am nächsten morgen geht es ein paar Kilometer weiter in die Natur. Der Ort wird auch als “Fairytale-Canyon” beschrieben, mein Reiseführer nennt es Skazka Valley, und sieht wirklich unglaublich aus. Ocker-, orange- und rotfarbender Sandstein, der bizarre Formen animmt. Wir treffen noch auf ein paar weiter Bekannte, unter anderem Kares Le Roy (http://www.karesleroy.com/) dessen Reiseberichte wirklich einen Blick wert sind (allerdings auf französisch) und der natürlich 1 Mio mal bessere Fotos als ich gemacht hat.

Fairytale Canyon:

Zoom:

Zum Mittagessen gibt es ein vegetarisches Gericht, Kartoffel- und rote Beete Salat. Wir machen ein Picknick am See. Man kann bis auf der anderen Seite des Sees die Berge erahnen, um uns herum ist es unglaublich ruhig. Witzigerweise täuschen die satten Farben auf den Bildern irgendwie ein warmes Gefühl vor. Aber auch wenn es sich in der Sonne wirklich aushalten ließ, war es eigentlich winterlich kalt.

Pick nick:

Issyk-Kul:

Das Ufer:

Am Abend genießen wir den Sonnenuntergang draußen, bei einem Bier. Später spielen wir “Cards against humanity” (solltet ihr mal ausprobieren) und diskutieren ein wenig über Gott und die Welt. Oder eher mehr über die Welt und weniger über Gott. Über die Unterschiede darüber in Kyrgyzstan oder in Deutschland aufgewachsen zu sein und was für ein Leben man sich eigentlich für eventuelle eigene Kinder wünschen würde. Aibeks Bruder hat ein Projekt mit Waisenkindern in Kyrgyzstan, was man sich gerne näher ansehen kann: https://www.betterplace.org/en/projects/36304-support-a-shelter-for-teenage-orphans-in-kyrgyzstan

Sonnenuntergang in Kaji-Say:

Am nächsten Morgen geht es weiter in Richtung Karakol im Osten des Issyk-Kul. Wir machen einen kleinen Umweg in Richtung der nahegelegenen Kumtor Goldminen, soweit man das darf. Wir halten bei zwei Statuen von Juri Gagarin, die einsam in einem Tal stehen. Angeblich hat er hier in der Nähe nach seinem Aufenthalt im All eine Kur gemacht. Hier soll es irgendwo mehrere Wasserfälle geben und wir machen uns auf die Suche in der Annahme, dass man das Wasser ja aus einiger Entfernung hören müsste. Pustekuchen, wenn es sich um einen eingefrorenen Wasserfall handelt. Am Ende (und das ist eigentlich sehr traurig), folgen wir einer Spur aus Plastikabfällen und Zigarettenstummeln und haben den Wasserfall schnell gefunden.

Das Tal:

Zweiter Ausblick:

Sagt Hallo zu Yuri:

Der Wasserfall:

Später erreichen wir Karakol. Hier haben wir eine Übernachtung in einem Hostel gebucht, dessen Zimmer echte Jurten sind! Zum Schutz vor Wind und Wetter sind sie zwar noch ein weiteres mal überdacht und für verwöhnte Touristen haben sie Fußbodenheizung, aber außerhalb der Sommermonate ist das sicherlich auch nicht verkehrt (ich habe mir außerdem eine Erkältung eingefangen und bin daher wirklich froh über diesen Luxus). Der Betreiber heißt Happy Nomads http://www.happynomads.info/. Wir machen uns auf die Suche nach angeblich nahegelegenen Thermen. Nach einer Weile finden wir auch eine Anlage, die steht allerding unter Quarantäne und verleitet uns dazu ganz schnell wieder umzudrehen. Die eigentlichen in unserem Reiseführer beschriebenen Thermen sind wie wir später herausfinden ohne einen echten Jeep nicht zu erreichen. Am Abend bestellen wir uns Pizza in unsere Jurte und spielen die Siedler von Catan. Wahrscheinlich nicht die klassischste Art eine solche Übernachtung zu machen.

Streetview Karakol:

In die andere Richtung:

Auf der Suche nach dem Thermalbad:

Unsere Jurte:

Innen:

Ein wenig touristisches Programm darf in Karakol am nächsten Morgen natürlich trotzdem nicht fehlen. Aber zunächst suchen wir mal nach den Ostereiern, es ist schließlich Ostersonntag! Aibek organisiert uns einen Ausritt auf Pferden. Relativ ungewöhnlich holen wir die Pferde ab und dürfen dann für 2 Stunden tatsächlich hinreiten wo auch immer wir wollen. Allerdings sind die Pferde nicht wirklich schnell unterwegs und können mit unseren Befehlen auch nicht viel anfangen. Es ist trotzdem ein schöner Ausflug.

Mein Pferd:

Peace:

Die Gruppe:

Da wir den See einmal umranden wollen, fahren wir dieses mal an der Nordküste entlang. Hier gibt es einige Orte, die im Sommer beliebte Ferienziele für gut betuchte Kasachen sind. Die Strände sehen tatsächlich auch bei winterlichen Temperaturen sehr ansprechend aus. Auf der Fahrt haben wir die Straße fast ganz alleine für uns, was uns dazu verleitet ein wenig zu schnell zu fahren. Hinter einer Kurve steht plötzlich die Polizei. Wir haben allerdings Glück. Umgerechnet in Euro ist das Bußgeld leicht zu verschmerzen. Unterwegs kreuzen wir kurz einen klitzekleinen Teil Kasachstans. Im Dunklen kommen wir zurück nach Bishkek.

Nordküste:

Aus dem Auto:

Hier ist übrigens noch ein Video vom See, dass Aibek auf einer späteren Reise aufgenommen hat: https://www.youtube.com/watch?v=_NE-6bUqgps

Und damit möchte ich den Bericht über Kyrgyzstan auch abschließen. Es war eine etwas ungewöhnliche Reise, die ich jedoch jedem empfehlen kann, der mal Abseits der großen Touristenströme wandeln möchte. Jetzt warten aber noch Sevilla, Kalifornien, Dubrovnik und Porto auf einen Bericht…

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