Арстанбап жана Ош (Arslanbob und Osh) | Berge im Schnee

Wie bereits angekündigt, hier mein kleiner Reisebericht über den Kurztrip in den Süden Kyrgyzstans, genauer gesagt nach Arslanbob und Osh.

Unser Plan war es mit dem Kleinbus von Bishkek durch die Berge nach Osh und dann weiter nach Arslanbob zu fahren. Aufgrund des plötzlichen Wintereinbruchs bei unserer Ankunft mussten wir diesen Plan leider ganz schnell wieder begraben. Stattdessen haben wir einen Flug nach Osh gebucht und sind von dort aus mit dem Taxi weitergefahren. Wir hatten online eingecheckt, was am Flughafen zu einigen Verwirrungen geführt hat.

Aus meinem Reisetagebuch: “04:50 aufstehen, 05:30 zum Flughafen. Angeblich ist der Flug nicht verspätet, es wird aber erst 10 min nach dem eigentlichen Abflug eingecheckt. Unser Fahrer ist in Osh, bevor wir überhaupt losfliegen. Unsere Onlinetickets werden nicht erkannt.”

Glücklicherweise sind ein paar Kollegen von Kathi zufällig ebenfalls am Flughafen und helfen uns aus der Patsche. Im Flugzeug werden wir mit einem unglaublichen Ausblick über die Berge belohnt.

Blick von oben:

In Osh angekommen, wartet schon der Taxifahrer und ein Begleiter auf uns. Die Fahrt nach Arslanbob ist dann recht amüsant. Dazu muss man wissen, dass Janine und ich zusammen etwa 15 russische Worte beherrschen, die meisten davon Zahlen. Unser Fahrer beherrscht kein Englisch. Irgendwie kommunizieren wir trotzdem miteinander. Bei einer Essenspause unterwegs wird einfach für alle das gleiche bestellt und für komplexere Kommunikation wird mit dem Touristenbüro in Arslanbob telefoniert. Dazu später mehr.

Wir machen einen kleinen Umweg um in Өзгөн (Ösgön) am Mausoleum der Karachniden Dynastie zu halten. Neben dem beeindruckend großen Mausoleum, dass man auch betreten darf, gibt es dort einen Turm von dem man einen guten Überblick über die umliegende Gegend hat. Wir schauen uns ein wenig um und erhalten sogar eine Führung auf Englisch (von einem Studenten, der dort freiwillig arbeitet).

Turm:

In Arslanbob angekommen werden wir am Touristenbüro abgesetzt. In Kyrgyzstan gibt es überall Büros des CBT (community based tourism), also von der Dorf- oder Stadtgemeinschaft organisiert. Dort bekommt man Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten, es werden Touren angeboten und man kann Equipment ausleihen. Das CBT in Arslanbob ist ein Vorzeigebüro. Uns werden mehrere Vorschläge für einen Ausflug am nächsten Tag gemacht und für die Übernachtung ein Homestay organisiert.

Unser Homestay mit Heizung (!) ist bei einer usbekischen Familie (Arslanbob liegt nahe an der usbekischen Grenze, weshalb die Bevölkerung größtenteils usbekischer Abstammung ist).

Aus meinem Reisetagebuch: “Es gibt eine Katze, ein Pferd, eine Kuh und ein Kalb. Von den vier Kindern der Familie sehen wir nur zwei. Die Großmutter kocht uns Plov zum Abendessen, Janine füttert die Katze mit ihrer Fleischportion. Moderne Toilette und Bad sind außerhalb, das Wasser ist eiskalt. Überhaupt frieren wir die ganze Zeit und versuchen uns mit Tee aufzuwärmen. “чай (chai)” ist unser neues Lieblingswort.”

Arslanbob, Schlafzimmer:

Wohnzimmer:

Plov:

Zum Frühstück gibt es Blini, dann machen wir uns auf zu unserem Ausflug. Wir haben uns für eine Wanderung mit Schneeschuhen entschieden. Es ist Markttag in Arslanbob und wir halten kurz an um uns ein wenig umzusehen. Janine und ich sind die einzigen Frauen auf dem Markt.

Tiermarkt:

Pferd:

Arslanbob liegt unterhalb eines riesigen Walnussbaumwaldes. Unsere Tour geht immer bergauf. Anfangs ist es noch in Ordnung mit den Schneeschuhen zu laufen, aber dann wird der Schnee immer tiefer und wir sacken ein. Irgandwann beschließen wir die Schneeschuhe auszuziehen und ohne weiterzulaufen. Nach 7 km und einigen Stunden mehr, erreichen wir endlich den Ort an dem wir ein Picknick zum Mitagessen machen wollen. Meine Schuhe sind komplett durchnässt und meine Füße eiskalt. Ich beschließe zurück zum Homestay zu gehen, Janine will noch mit unserem Guide zu einem Wasserfall.

Aus meinem Reisetagebuch: “Ich komme um 15:30 zu Hause an, alles ist nass, ich will duschen. Für warmes Wasser gibt es eine abenteuerliche Konstruktion mit Sicherung und heraushängenden Stromkabeln. Es dauert mir zu lange, am Ende dusche ich kalt, lasse die Heizung aber für Janine an, mal sehen. … Nach dem Essen kommt unser Guide noch zum Biertrinken vorbei. Unsere Gastfamilie hektisch, die Frau bindet sich schnell ein Kopftuch um, ich habe ein schlechtes Gewissen. Der Guide wird zwei mal gefragt, warum er noch mit Janine alleine unterwegs war, wir hatten schon fast vergessen wie konservativ man im Dorf ist. Der Fahrer unseres Guides schläft am Tisch fast ein. Wir versuchen unsere Sachen über Nacht vor dem Heizlüfter zu trocknen, ich schlafe erstaunlich gut.”

Schneewanderung:

Panorama Blick:

Am nächsten Tag geht es zurück nach Osh, es ist wärmer geworden und überall ist Schmelzwasser. In Osh schlafen wir in einem Hostel in einem Plattenbau, der Leiter des Hostels begrüßt uns auf Deutsch, er hat Germanistik in Berlin studiert. Wir machen uns zu Fuß auf die Stadt zu erkunden. An vielen Stellen werden gerade neue Gebäude errichtet. Um einen Blick über die Stadt zu erhalten steigen wir auf den Suleyman-Berg (UNESCO-Weltkulturerbe).

Osh:

Spaziergang:

Auf dem Suleyman-hill:

Blick auf Osh:

Moschee:

Osh ist bekannt dafür eine Stadt an der ehemaligen Seidenstraße zu sein. Die Stadt beheimatet immer noch einen der größten Märkte Zentralasiens. Wir beschließen uns auf dem Markt umzusehen und Essen für Abends zu kaufen. Das klappt erstaunlich gut.

Aus meinem Reisetagebuch: “Einkaufen ohne echte Verständigung funktioniert unerwartet gut. Zurück im Hostel essen wir Brot, Gurke, Tomaten, Käse und Smettana und genießen die Wärme einer echten Heizung.”

In Osh auf dem Markt:

Der Rückflug nach Bishkek ist schon am nächsten Morgen. Wieder haben wir komplett freie Sicht. Unterwegs machen wir Pläne für das Wochenende. Es ist Ostern und wir wollen die anderen für unseren Wochenendtrip zum Issyk-Kul mit Ostereiern überraschen. Dazu mehr im nächsten Post.

Zurück nach Bishkek:

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