Venedig! | Ein Stadtbesuch auf Ibuprofen

Venedig! Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen, oder? Wir haben der Stadt auf dem Wasser letztes Jahr über das Wochenende zum Tag der Deutschen Einheit einen Besuch abgestattet und hatten dabei richtig Glück mit dem Wetter. Es war warm, es war sonnig… und ich hatte Fieber. Aber davon lasse ich mir ja keine Reise vermiesen.

Von oben:

Tag 1: Ankunft in Venedig bei schönstem Wetter.
Nach der Überfahrt vom Flughafen in die Stadt mit dem AliLaguna-Boot erstmal ins Hotel.
Da wir nur übers Wochenende in Venedig waren haben wir uns mal was geleistet. Hier unser Hotel, Hotel Saturnia: http://www.hotelsaturnia.it/ Wobei man sagen muss dass das Hotel einen etwas morbiden Charm hat. Als ob man drinnen von den guten alten Zeiten träumen würde und dabei vergessen hätte, dass sich die Welt draußen weiter dreht.
Danach haben wir dann eine erste Tour auf dem Canal Grande gemacht. Mit dem Vaporetto (ACTV http://www.actv.it/), dem öffentlichen “Wasserbus”. Und zwar auf der Linie 2. Wenn man ganz hinten im Boot sitzt hat man alles im Blick.
Abends waren wir noch in der Nähe der Rialto Brücke ein Eis essen. Danach habe ich dann versucht meine Erkältung auszuschlafen.

Zaccaria (wo wir angekommen sind):

Öffentliche Verkehrsmittel:

Ponte di Rialto:

Stufen an der Ponte di Rialto:

Tag 2: Das klassische Venedig.
Das Fieber ist nicht weg. Aber in einer Apotheke neben dem Hotel kann ich mich mit Ibuprofen eindecken.
Unseren zweiten Tag haben wir spät mit einem Besuch des Piazza San Marco begonnen. In der Kathedrale waren wir allerdings nicht, da die Schlange davor einfach zu lang war. Dafür haben wir einen in unserem Reiseführer empfohlenen Spaziergang durch die Stadt gemacht (kann ich für Städtetrips bedingungslos empfehlen: National Geographic Spirallo Reihe).
Nach dem Markusplatz folgte ein Besuch im Teatro La Fenice, dem Opernhaus im Zentrum Venedigs, dessen Name übersetzt “der Phönix” heißt, weil es nach einem Brand in der alten Oper erbaut wurde. Hier wurden einige Opern von Verdi uraufgeführt und der Innenraum macht durchaus einen sehr ehrwürdigen Eindruck.
Weiter ging es über den Campo Santo Stefano zur Galeria dell´Accademia, von der ich keine Bilder gemacht habe. In der Galerie sind vor allem Bilder mit religiösen Motiven aus dem Mittelalter (Gotik, definitiv nicht meine Lieblingsepoche) ausgestellt. Zum Abschluss des Tages sind wir noch einmal eine Runde mit dem Vaporetto gefahren. Diesmal aber quasi die große Hafenfahrt mit der Linie 51/52.

Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II:

Huhu!

Teatro la Fenice:

La Fenice:

Campo Santo Stefano:

Canal Grande:

Gondola Rennen:

Tag 3: Um Venedig herum.
Wir beschließen einen Tag auf den umgebenden Inseln zu verbringen und starten mit Murano, gefolgt von Burano und Torcello.
Es gibt wenige Orte auf der Welt die genau so aussehen wie auf den Postkarten die man dort kaufen kann, aber Murano ist definitiv einer davon. Da wir kein Glas-Tinnef kaufen wollten (ich habe eine Abneigung gegen alles, was man eventuell abstauben müsste), sind wir nur eine Weile auf der Insel herumspaziert, haben die Sonne genossen und sind dann weiter nach Burano gefahren. Das klingt vielleicht ein bisschen langweilig, ist aber meiner Meinung nach etwas was man viel viel häufiger machen sollte.
Burano ist wahrscheinlich die bunteste Insel Italiens und sieht aus als hätte sich ein Expressionist mit seinem Farbkasten auf ihr ausgetobt. Torcello hingegen ist relativ (menschen-)leer mit einem alten Kloster als Hauptattraktion. Wir haben unser Geld allerdings statt in den Eintritt in ein Eis investiert. Überhaupt war es ein Tag des guten Essens, den wir abends in der Taverna al Rermer (http://www.alremer.it/) mit einem klassischen 3-Gänge-Menü haben ausklingen lassen. Allerdings haben wir das Ganze nur für eine Person bestellt und geteilt, weil wir sonst bestimmt geplatzt wären. Das Restaurant kann ich bedingungslos empfehlen. Ich habe definitiv den besten Pulpo meines bisherigen Lebens gegessen.

Murano:

Entspannter Freund:

Burano:

Burano:

Tag 4: Das andere Venedig.
Vor unserem Abflug machen wir noch einen Rundgang durch Cannaregios “Il Gheto”.
Vielleicht das spannendste Viertel Venedigs. Dabei handelt es sich um das jüdische Viertel, das später Namensgeber für alle anderen Ghettos wurde (der Name beschreibt wahrscheinlich eine ehemalige Gießerei “geto” im Viertel), obwohl der jüdischen Bevölkerung in Venedig für mittelalterliche Verhältnisse sehr viele Freiheiten zugestanden wurden. Unter Napoleon wurde die Isolation des Ghettos dann komplett aufgehoben. Was später dort (wie an so vielen Orten) grausames geschah wissen wir alle und muss hier glaube ich nicht wiederholt werden. Es gibt ein Getho novo und ein Getho vecchio, von denen das namentlich neuere tatsächlich aber das ältere ist. Logisch, oder?
Das Viertel hat mir gut gefallen, weil es zum einen nicht so durch Touristen überlaufen ist und weil wir zum anderen eine recht interessante Führung durch einen Teil der heute noch existierenden Synagogen mitgemacht haben. Insgesamt gibt es fünf Synagogen von denen zwei im Wechsel aktiv betrieben werden. Normalerweise kann man eine Synagoge besichtigen, die heute in einem Museum ist und jeweils die der beiden noch betriebenen Synagogen, in der zum Zeitpunkt des Besuchs keine Gottesdienste stattfinden. Aus irgendeinem Grund an den ich mich leider nicht erinnern kann hatten wir Glück und konnten alle drei Synagogen besichtigen.
Auf dem Rückweg zum Hotel (um unsere Koffer einzusammeln) haben wir noch einen Stop in der Kirche San Giorgio Maggiore gemacht, die eine einzige riesige Kuppel zu sein scheint. Definitiv ein schöner Abschluss für unseren Kurztrip.

San Giorgio Maggiore:

PS: Sieht so aus als hätte es Ray Charles in unserem Hotel auch gefallen…

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