Auf der Suche nach Che Guevara | Santiago und Santa Clara

Als letzte beiden Stationen unserer Reise vor der Rückkehr nach Varadero hatten wir Santiago de Cuba und Santa Clara eingeplant.

Kurz vor Santiago gibt es noch mal einen kurzen Abschnitt Autobahn. Leider war die Straßenführung aber so ungenau in unsere Karte eingezeichnet, dass ich beim Erreichen der Stadt völlig verwirrt war. So dachte ich wir wären von Norden aus in die Stadt gefahren, stattdessen befanden wir uns aber südöstlich. Großer Spaß beim Suchen einer Unterkunft! Unsere lieben Muttis aus Camagüey hatten uns eine Casa vermittelt, bei der angegebenen Adresse befand sich allerdings nur ein komplett verriegeltes Haus. Ganz in der Nähe sollte sich allerdings eine Casa mit Dachterasse und Bar befinden. Dort hatte man leider kein Zimmer mehr frei, schickte uns dafür aber ein paar Straßen weiter… und diese Casa war mal wieder ein Glücksgriff!

(Wir hatten zwei Abende sehr leckeres hausgemachtes Essen.)

Casa Jardin:

Patio:

On the rooftop:

Die Stadt Santiago selbst hat viele Sehenswürdigkeiten und ein tolles Nachtleben zu bieten. Leider konnten wir beides nicht so richtig genießen, weil wir gefühlt an einem Punkt der Sättigung angekommen waren. Daher haben wir tatsächlich keinen unserer Abende in einer der großen Musikkneipen verbracht und auch die Besichtigungen in der Stadt auf ein Minimum reduziert.

Zentral gelegen befindet sich der Parque Cespédes, der zu allen vier Seiten von wichtigen Gebäuden umgeben ist. Darunter eine Katedrale (Baustelle, natürlich), das Rathaus von dessen Balkon Fidel seine erste Rede an das Volk hielt und das Haus von Diego Velázquez, dem spanischen Eroberer der die Stadt gründete. Unweit des Platzes befindet sich das Gefängnis in dem die Revolutionsführer einsaßen. Aber weil alle Guides gerade etwas besseres zu tun hatten – “Se fue!” – konnten wir es nicht besichtigen.

Catedral de la Asunción:

Rathaus:

Casa Diego Velázquez:

Vor den Toren der Stadt liegt eine alte Burg/Befestigung, die wir eher zufällig entdeckt haben, nachdem wir wieder einmal vergeblich versucht hatten eine Bootstour zu finden. Ich weiß nicht ob das nur mein Anspruch ist, aber wenn ich in einer Hafenstadt bin möchte ich mir das Ganze immer irgendwie auch vom Wasser aus angucken…

Das Castillo del Morro war aber auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn ich es relativ frech fand für den Eintritt 4$ und dann für Fotos noch einmal 8$ !!! zu verlangen. Die ich auch prompt nicht gezahlt habe und hier also quasi meine illegal geschossenen Bilder veröffentliche.

Leuchtturm:

Castillo del Morro:

Durch ein Fenster:

Blick von unten:

Abwehr-Wall:

Niemand auf diesem Bild hat Sonnenbrand:

Ein weiterer Ort, den wir unbedingt besichtigen mussten war der zentrale Friedhof von Santiago. Auf ihm befinden sich einige sehr bekannte Gräber, wie zum Beispiel das der später in die USA ausgewanderten Bacardi Familie. Außerdem gibt es ein riesiges Mausoleum für den Nationalhelden José Martí, in dessen Zentrum eine Statue von ihm aufgestellt ist. Durch die Aussparungen im Dach des Mausoleums fällt zu jeder Tageszeit Licht auf sein Abbild (er wollte angeblich mit dem Gesicht zur Sonne begraben werden). Auf dem Platz vor dem Denkmal brennt eine ewige Flamme und das Grab ist von einer Garde bewacht. Alle halbe Stunde ist Wachablösung mit großem Brimborium.

Cementerio:

Grab von Emilio Bacardi:

Mausoleum von José Martí:

Die Umgebung von Santiago ist recht bergig und in unserem Reiseführer war ein schöner Trip zu einem riesigen Monolithen “La gran Piedra” beschrieben. Also haben wir uns vor unserer Abreise in Richtung Santa Clara auf den Weg dorthin gemacht. Man kann bis ganz oben auf den Stein steigen und hat von dort aus einen atemberaubenden Ausblick.

Auf dem Weg:

Eine Menge Stufen:

La gran Piedra:

Der Ausblick:

Mehr davon:

Und weiter geht´s! Route nach Santa Clara und Varadero (1 Nacht Zwischenstop in Florida):

Die Strecke zwischen Santiago und Santa Clara ist zu lang um sie an einem Tag zu schaffen. Daher haben wir noch einen Zwischenstopp in Florida eingelegt. Davon gibt es allerdings nicht viel zu berichten. Santa Clara war vor allem eines: nass. Es hat ununterbrochen geregnet und alle Museen der Stadt (die wir uns wirklich gerne angeschaut hätten) waren deshalb geschlossen. Immerhin konnten wir uns von außen einen Eindruck der Sehenswürdigkeiten dieser historisch wichtigen Stadt verschaffen. Es handelt sich nämlich um die Stadt in der Che Guevara mit seinem Movimiento 26 de Julio die entscheidende Schlacht gegen die Regierungstruppen gewonnen hat, indem er einen Zug mit einer Waffenladung “Tren Blindado” entgleisen ließ. Darum befindet sich auch sein Grab mit Mausoleum und Museum + Paradeplatz in Santa Clara.

Tren Blindado:

Officina de la Provincia und estatua Che y Niño:

Mausoleum Ernesto Che Guevara:

In unserer immernoch ziemlich nassen Kleidung sind wir abends losgezogen und haben ein wunderschönes Restaurant gefunden, in dem wir eine lokale Spezialität, “Ropa vieja”, gegessen haben. Hier ein Rezept (auf Englisch):

http://www.tasteofcuba.com/ropavieja.html

Restaurant:

Tome Coca Cola bien fria:

Grüner Innenhof:

Schließlich haben wir uns wieder auf den Weg nach Varadero gemacht, von wo aus wir gestartet sind. Es war eine faszinierende und abwechslungsreiche Reise und ich bin mir sicher, dass wir eines Tages wiederkommen werden…

Nos vemos, Cuba!

2 Kommentare

  1. Marion Albroscheit
    Dezember 28, 2017 / 8:54 am

    Liebe Isi,

    vielen Dank für den interessanten Reisebericht von Cuba.
    Du hast tolle Fotos gemacht und Neugierde geweckt, das Land einmal selbst kennen zu lernen.
    Für mich ist das heute nach den Feiertagen in der Ruhe zwischen den Jahren ein schöner Rückblick
    bzw. eine Ergänzung zu meinen eigenen Eindrücken von unserer Reise im Herbst.
    Es hat mir viel Spaß gemacht, von euren Erlebnissen zu hören.

    Liebe Grüße von Marion

    • isabel
      Autor
      Januar 10, 2018 / 5:03 pm

      Liebe Marion, es freut mich dass dir meine Berichte gefallen 🙂
      Wir koennen uns ja ein bisschen ueber Kuba austauschen, wenn ich wieder in Berlin bin!
      LG

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