Kubanische Gastfreundschaft in Camagüey

Von Trinidad aus ging es weiter nach Camagüey. Auf dem Weg dorthin durchquert man das sogenannte Tal Valle de los Ingenios.

Die Sehenswürdigkeit in diesem Tal, der mehrstöckige Aussichtsturm Manaca Iznaga soll angeblich aus der Konkurrenz zwischen zwei Gutsherrensöhnen um eine Sklavin entstanden sein. Um sich gegenseitig zu überbieten ließ der eine einen Brunnen, der andere einen Turm errichten. Vom Turm aus kann man fast 50 km weit sehen. Er diente später als Beobachtungsposten um die auf den Zuckerrohrfeldern arbeitenden Sklaven an der Flucht zu hindern. Wir sind nicht auf den Turm gestiegen, daher hier nur Bilder “von unten”.

Torre Manaca Iznaga:

Verkauf von Stickereien:

Ferro carril:

Camagüey war eine komplette Baustelle, weshalb wir am ersten Tag nur eine kleinere Runde durch die Stadt gedreht haben. Abends sind wir in eine Pizzeria essen gegangen “La Isabella”, laut Reiseführer eine der besten Kubas. Die Pizzeria ist nach der kubanischen Schauspielerin Isabel Santos benannt und im Innenraum mit Filmplakaten dekoriert. Auf den Stühlen stehen die Namen bekannter Regisseure und Schauspieler.

Leider ist die Pizza nicht allen gut bekommen. Details spare ich mir hier. Glücklicherweise haben wir aber in einer Casa mit herzallerliebstem rundum Service gewohnt. Nach 5 Minuten waren wir bereits die “Niños” und für den verdorbenen Magen gab es Hühnersuppe und jede Menge Tee.

Camagüey im Bau:

Pizzeria La Isabella:

Die Casa:

Las Mamas (und ich):

Aufgrund der Magenverstimmung haben wir uns auch an unserem zweiten Tag hauptsächlich draußen aufgehalten und nur einige kleinere Dinge besichtigt. Dazu gehörte die Kirche “Iglesia de la Merced”, in der ein Sarg komplett aus Silber aufgebahrt ist. Im Innenhof des dazugehörigen Klosters war es schön schattig und angenehm ruhig.

Iglesia de la Merced, Garten:

Statue:

Der silberne Sarg Santo Sepulcro:

Später haben wir einen Spaziergang durch die Stadt gemacht und einige interessante Ecken entdeckt. So zum Beispiel die Catedral Metropolitana am Parque Agramonte, die für einen Besuch des Papstes in den 90er Jahren komplett restauriert wurde und ein Straßengemälde von Ileana Sánchez, die ihr Atelier in Camagüey hat.

Ignacio Agramonte war ein Freiheitskämpfer während des Unabhängigkeitskrieges gegen die Spanier und auch von ihm finden sich überall im Land Statuen.

Iglesia Sagrado Corazón de Jesús:

Parque Agramonte:

Catedral Metropolitana:

Iglesia del Carmen:

Plaza del Carmen:

Wandgemälde von Ileana Sánchez:

Insgesamt haben wir in Camagüey eher einen kurzen Stop gemacht, trotzdem ist er mir sehr gut in Erinnerung geblieben. Das liegt bestimmt auch daran, wie herzlich wir aufgenommen wurden. Abends haben wir uns mit meinem nicht sehr ausgereiftem Spanisch noch lange mit unseren Gastgeberinnen unterhalten, die uns von ihren Kindern (in die USA ausgewandert) und ihrem Leben erzählt haben. Eine der Bürden des Sozialismus ist auch in Kuba die eingeschränkte Reisefreiheit und ich stelle es mir sehr schwer vor mit den eigenen Kindern nur über das Telefon kommunizieren zu können. Komisch auch, wenn man darüber nachdenkt dass meine eigene Familie vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls durch eine Grenze getrennt war, die nur von einer Seite übertreten werden konnte. Ich bin gespannt, wie sich das in Kuba entwickelt.

Im nächsten Post: Santiago de Cuba und Santa Clara (mein letzter Kuba Eintrag).

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