Havanna entdecken | Museen und Rum

Havanna ist beeindruckend, kann einem aber auch gehörig auf die Nerven gehen. Alle paar Sekunden wird man gefragt, ob man nicht ein Taxi/etwas zu Essen/ein Hotel etc. braucht. Nach fast zwei Tagen hatten wir die Schnauze voll (ich war kurz davor jemanden anzupöbeln) und darum waren die Museumsbesuche eine willkommene Abwechslung. Die meisten Museen befinden sich in herrschaftlichen alten Häusern und auch die Umgebung ist recht idyllisch.

Ein Besuch des Museo de la Revolución ist wirklich zu empfehlen. An einigen Stellen muss man natürlich schon mit dem Kopf schütteln, weil alles etwas nach Propaganda riecht. Allerdings glaube ich, dass Kubas Geschichte des 20. Jahrhunderts von keiner Seite neutral betrachtet und darum immer ein wenig verzerrt bleiben wird. Man sollte für den Museumsbesuch auch ein wenig Spanisch sprechen, da die meisten Texte nicht übersetzt sind. Abgesehen davon, dass es wirklich ein paar interessante Ausstellungsstücke gibt (in jedem Reiseführer: Chés Springerstiefel und ein Stein, auf den jemand mit seinem eigenen Blut “Fidel” geschrieben hat) ist das Gebäude als ehemaliger Präsidentenpalast einfach beeindruckend. Und auch hier eine Baustelle. Eine große Treppe mit allerlei Einschusslöchern führt in den ersten Stock, in dem sich das Museum befindet.

Museo de la Revolución:

Innenhof:

Ein paar Eindrücke aus dem Inneren… Das Büro des ehemaligen Präsidenten mit schönen lederbezogenen Stühlen, ein Flügel im Vorzimmer bzw. Flur und der goldene Hausaltar. Außerdem gab es noch einen Ballsaal (Renovierungsarbeiten) und einen Spiegelsaal mit einem riesigen Bild an der Decke.

Der Treppenaufgang:

Präsidentenbüro:

Die Deckenbemalung im Salon de los Espejos:

Altar:

Und dann natürlich meine Lieblingsecke im Museum, die ich fast übersehen hätte, die Trottelecke “Rincón de los cretinos”. Ich hätte da noch ein paar Vorschläge zu machen, aber die will bestimmt niemand hören 😉

Ohne Worte:

Auf unserem Weg zum nächsten Museum haben wir auch die Bodeguita del Medio eine von Ernest Hemingways Lieblingsbars, entdeckt. Durch die Altstadt haben wir uns meist ohne Stadtplan treiben lassen, daher das Gefühl etwas “entdeckt” zu haben, auch wenn es sich um einen alten Schuh handelt. Ich habe es leider bisher nicht geschafft ein Buch von Hemingway zu lesen. Gibt es irgendwelche Empfehlungen? Die Bar war nicht wirklich der Rede wert und ziemlich überfüllt, daher haben wir dort keine Pause gemacht und unseren Weg fortgesetzt.

La Bodeguita Del Medio:

Der Plaza de la catedral, einer der zentralen Plätze in der Altstadt, ist nach der barocken Kathedrale benannt, die am Kopf des Platzes steht. Sie sieht etwas schief aus was daran liegt, dass einer der Türme doppelt so breit ist wie der andere. Beim Eintreten in die Kirche wurde von den kubanischen Besuchern mit einem alten, sehr hoch angebrachten Türklopfer drei mal an die Tür geklopft. Ich nehme an, dass das ein Ritual zum Segnen einer Reise ist, weil ich im Nachhinein herausgefunden habe, dass in der Kirche für lange Zeit Reliquien von Columbus aufbewahrt wurden (zweites Indiz: die Gläubigen hatten Koffer dabei).

La Catedral de la Virgen María de la Concepción Inmaculada de La Habana:

Blick nach oben:

Die zweite barocke Kirche des Tages “Covento de San Francisco de Asís” begegnete uns auf dem Plaza San Francisco. Dieser Platz hat mir von allen Plätzen in Havanna am besten gefallen. Er ist weitläufig, war nicht so überfüllt und die Luft war durch die Nähe zum Wasser nicht so stickig.

Plaza de San Francisco:

Eine Ecke des Platzes:

Gasse:

Convento de San Francisco de Asís:

(Oh guckt mal, da ist eins von den schweinchenrosanen Häusern im Hintergrund)

Unser Ziel: das Rummuseum von Havanna Club. Das muss man definitiv nicht gesehen haben, ist aber spaßig. Außerdem waren wir auch im Heineken Museum in Amsterdam und standen vor der Carlsberg Brauerei in Kopenhagen (die leider geschlossen hatte). Es handelt sich also um eine Art Tradition. Ich weiß jetzt, dass 1 L 90 Jahre alter Rum etwa 1000 $ kostet und wie das original Rezept für Mojito lautet. Wer mag, kann gerne für einen Probeschluck vorbeikommen!

Museo del Ron:

Havana Club:

Stattdessen haben wir abends Mojito im Café Paris getrunken. Wie der Laden zu diesem Namen gekommen ist, ist mir weiterhin schleierhaft, aber es war gemütlich, das Publikum war durchmischt (obwohl weniger Kubaner als Touristen) und es gab Live Musik.

Cafe Paris:

Am nächsten Tag haben wir uns bereits auf den Weg zur Schweinebucht gemacht. Dazu mehr (+ ein paar generelle Gedanken zu Reisen nach Kuba) im nächsten Post.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.