Havanna entdecken | Historisches und bunte Farben

Zum Ende meines ersten Jahres als Doktorandin wollte ich eine besondere Reise machen. Die Wahl viel schnell auf Kuba. Nicht nur, weil es ein spannendes Land im Umbruch und außerdem sehr sicher ist, sondern auch, weil ich leidlich Spanisch spreche.

Obwohl es so gut wie keine direkten Langstreckenflüge von Berlin Tegel aus gibt, fliegt Air Berlin ausgerechnet nach Varadero, dem Mallorca der Kanadier in Kuba. Das war natürlich nicht unser primäres Ziel, aber der Strand ist einfach unglaublich. Leider hat es die ersten beiden Tage geregnet und so haben wir die meiste Zeit in unserem Hotelzimmer (schimmelig riechende Vorhänge inklusive) oder in der Bar verbracht. Außer Bier wurde dort hauptsächlich Cuba Libre und Mojito ausgeschenkt, wobei die Minze für zweiteren schon nach dem Abendessen “aus” war.

Unser Willkommensgruß im Hotel:

Sowohl Varadero, als auch Havanna befinden sich im äußersten Norden der Insel. Um von einem an den anderen Ort zu kommen haben wir uns im Voraus Bustickets gekauft http://www.viazul.com/. Die Busse der Kooperative Viazul sind ziemlich praktisch um auf Kuba ohne eigenes Auto zu reisen. Sie sind komfortabel und wirken auch technisch gut gepflegt. Man sollte bloß Jacke und Schal nicht vergessen, da die Busfahrer einen Narren an ihren Klimaanlagen gefressen haben.

Cuba 1

Für Individualreisende empfehlen sich auf Kuba die Casas Particulares als Übernachtungsmöglichkeit. Dabei handelt es sich um Wohnungen oder Zimmer von Privatpersonen, die man günstig mieten kann. Gleichzeitig kommt man mit den Einheimischen in Kontakt. Lange voraus planen ist nicht nötig, es gibt viele Unterkünfte und meist kann derjenige bei dem man gerade nächtigt jemanden in der nächsten Stadt empfehlen. Ein Anruf und alles ist geregelt!

Man kann die Casas an folgendem Zeichen erkennen:

(entschuldigt die schlechte Qualität)

Unsere erste Casa haben wir dennoch vorsichtshalber über http://www.havanacasaparticular.com/ schon in Deutschland gebucht. Wir hatten ziemliches Glück und haben ein Zimmer direkt am Malecón, also der Promenade Havannas gefunden. Die Wohnung befand sich im siebten Stock, was einen atemberaubenden Aublick und äußerst interessante Aufzugfahrten mit sich brachte. Nach der ersten Fahrt mit unserem Gepäck war es dann aber nicht mehr ganz so gruselig und allemal besser als Treppensteigen im engen Treppenhaus.

Am nächsten Tag haben wir uns auf dem Weg in die Innenstadt gemacht.

Prado:

Um mit etwas richtig touristischem zu starten haben wir eine Tour mit HabanaBusTours gemacht. Dabei handelt es sich um einen dieser typischen Busse, bei denen man überall aus- und wieder einsteigen kann und so einen Überblick über die Hauptsehenswürdigkeiten erhält. Vorteil gegenüber der europäischen Variante: eine Fahrt kostete nur 5$. Ehrlich gesagt sahen die Busse original so aus, wie die in Barcelona und Berlin. Ist das etwa alles eine Firma?

Bus Haltestelle:

Das erste große Gebäude an dem wir vorbeigefahren sind war das Hotel Nacional de Cuba, das 1930 fertiggestellt wurde. Es handelt sich um eines der berühmten Hotels in denen die damalige High Society, wie zum Beispiel Frank Sinatra, Marlon Brando und Marlene Dietrich, abgestiegen ist. Während der Krise in den 30er Jahren hat das Hotel ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt. Ich meine mich zu erinnern, dass es Hauptquartier einiger bekannter Mafiosis war, bin mir aber nicht mehr ganz sicher.

Das berühmte Hotel Nacional de Cuba:

Das nächste Ziel war der Plaza de la revolucion, der größte Platz innerhalb einer Stadt weltweit. Wenn man sich vorstellt, wie es sein muss, wenn überall auf dem Platz Menschen stehen wird einem ganz anders. Insbesondere, wenn man wie ich eine Phobie vor Menschenmassen hat. An zwei Häuserfronten seitlich des Platzes sind riesige Portraits von Ernesto Guevara und Camilo Cienfuegos angebracht. Es war außerdem unser erstes Zusammentreffen mit José Martí, den eine Statue im Zentrum des Platzes darstellt.

Plaza de la revolucion:

Hasta la victoria siempre:

(Bis zum immerwährenden Sieg)

Memorial José Martí:

Ein paar mehr Eindrücke von der Tour… Mir ist der Grund dafür bisher noch nicht aufgegangen, aber Türkis scheint die Farbe zum streichen eines Hauses zu sein. Dicht gefolgt dahinter: Schweinchenrosa und Pfirsichfarben.

Auf dem Prado:

Eine der Stationen war auch der zentrale Friedhof. Friedhöfe in anderen Ländern faszinieren mich auf eine gewisse Weise. Meist sehen sie ganz anders aus als bei uns. Verglichen mit den doch recht gewaltigen oder pompösen Marmorsarkophagen und Familiengruften, auf dem Friedhof von Havanna wirken unsere Gräber in Berlin wie Schrebergärten. In der Masse wirkte es fast wie ein Meer aus Marmor.

Zentraler Friedhof:

Vor Havannas Universität sitzt die Alma mater mit ausgebreiteten Armen. Uns hat ein Student berichtet, dass viele Medizinstudenten aus Deutschland für ein Auslandssemester nach Havanna kommen. Wir wurden dann auch prompt auf eine Party eingeladen, mussten aber aus Jetlag Gründen absagen.

Die Universität:

Außerhalb der Stadt: viele Palmen und ein wenig Kabelsalat.

Street view:

Zurück in der Stadt endete die Tour vor dem Capitol. Dabei handelt es sich um eine originalgetreue Kopie des Capitols in Washington. Heute benutzt die Akademie der Wissenschaften das Gebäude. Leider konnten wir es uns nicht von innen ansehen, da gerade gebaut wurde. Das Baustellen-Thema hat sich bald zur unendlichen Geschichte unseres Urlaubs entwickelt…

El Capitolio:

Bunte Autor vor dem Capitol:

In der Altstadt Habana vieja hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Die meisten Häuser sind schon saniert worden oder werden gerade saniert. Unsanierte Häuser findet man fast nur noch in den Nebenstraßen. Trotzdem haben sie ihren ganz eigenen etwas morbiden Scharm.

Street view:

Man kann in Kuba wohl auch recht gut mit der Bahn fahren (zumindest wenn man nur die größeren Städte besuchen möchte), wir haben uns aber dennoch für ein Auto entschieden um flexibler zu sein. Den Hauptbahnhof, der schon seit etwa 100 Jahren existiert fand ich trotzdem fotografierenswert.

La Habana Central:

Für den nächten Tag hatten wir Museumsbesuche eingeplant. Ganz oben auf der Liste stand das Museum der Revolution, als Abwechslung haben wir dann noch das Rum Museum von Havanna Club besucht.

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